Kindheit...

...in letzter Zeit überwältigen mich die Erinnerungen an sie. wie Nebelschleier tauchen sie langsam aus dem Vergessen aus und formen sich zu Szenen. in mir kocht eine Wut dann hoch. eine Wut auf meine Mutter. ihr unsagbares Verhalten. ständig motzen, schreien, laut sein...und dann Stille und Ignoranz. das erstere konnte man über sich ergehen lassen. das zweitere war das schlimmeste. ich traute mich nicht aus dem Zimmer. die Angst vor ihr schnürte mir alles zu. und mit einem Fingerschnipsen Tage später ohne Erklärung war alles wieder gut. sie verhielt sich wieder normal. ich verstand gar nichts.
eine Maske der Freundlichkeit trug sie, wenn Freunde im Haus waren. doch kaum waren sie dem Blick entschwunden, drehte sie sich um, man sah ihren Zorn und alles brach aus ihr raus. ihre Unmut übers Leben ließ sie aus an mir.
ständig hielt sie wor, wie schlecht sie behandelt worden war. so woltle sie nicht sein. nein. aber sie war so. war sie noch schlimmer? veränderungen , besonders an isch selbst, sind kraftraubend. sie hat nicht gekämpft. sie hat der Wut in ihr freien lauf gelassen, all ihren Launen, all ihren Depressionen. nicht gegen sich. sondern gegen die Kinderrichtend.
ihr Leben hat sie selbst gewählt. sie hatte es in ihrer Hand. sie hätte es verändern können. statt nur zu jammern. kämpfen können. aber sie hat es nicht. und nun muß ich einen doppelten Kampf kämpfen.
einen gegen mich selbst, denn ihr Erbe hat sie mir hinterlassen. ihre Saat gestreut.
und einen gegen sie. denn noch immer ist sie blind. sie begreift nicht ,wie sie war. das sie so war, wie sie nie sein wollte. sie ist kalt, hart und egoistisch.
6.9.06 16:49
 


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